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Von Mailand bis Paris bleiben chinesische Designer den Laufstegen fern

Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
today 12.02.2020
Lesedauer
access_time 3 Minuten
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Nach den chinesischen Modewochen und Messen, die wegen der Coronavirus-Epidemie verschoben wurden, ziehen sich nun die Designer des Reichs der Mitte zurück. Viele Designer, von denen einige in Europa ansässig sind und Teil des Pariser oder Mailänder Kalenders sind, werden ihre Kollektionen bei den nächsten Fashion Weeks nicht zeigen können.
 

Uma Wang wird diese Saison nicht in Paris auftreten - © PixelFormula


Für die Mailänder Woche, die vom 18. bis zum 24. Februar stattfindet, berichteten drei chinesische Marken, dass sie ihre Kollektionen nicht rechtzeitig fertig stellen konnten, da es aufgrund der aktuellen Blockaden im Land infolge der Coronavirus-Epidemie zu Lieferverzögerungen kam. Betroffen sind Angel Chen, Ricostru und Hui.
 
In Paris sind es Masha Ma, Shiatzy Chen, Uma Wang, Jarel Zhan, Calvin Luo und Maison Mai, die sich aus dem Programm der Shows und Präsentationen zurückziehen mussten. "Sie werden ihre Kollektionen nicht auf der nächsten Pariser Modewoche präsentieren können", so die Fédération de la Haute Couture et de la Mode. Letztere "wird ihnen alle ihre Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung stellen, um während dieser Zeit in Frankreich und auf internationaler Ebene die Arbeit, die sie gerne präsentieren wollten, zu teilen".

Was diese Absage betrifft, "glauben wir, dass dies nach gründlicher Überlegung und Abwägung die angemessenste Maßnahme ist", so Shiatzy Chens CEO Harry Wang. "Wir werden uns nun auf ein neues Kommunikationsformat konzentrieren, um unsere neue Kollektion zu präsentieren", fuhr er fort.
 
In Italien will die Camera della Moda ihre Solidarität mit China zeigen. Sie wird die Kampagne "China we are with you" bei ihrer Eröffnung am Dienstagabend, dem 18. Februar, mit einer eigenen Veranstaltung starten. Darüber hinaus werden im Laufe der Woche mehrere Videoaustausche zwischen den beiden Ländern übertragen, wobei daheimgebliebene Chinesen einige der Shows live verfolgen können.
 
In diesem Zusammenhang werden acht aufstrebende Marken (Xun Ruo, Leaf Xia, Han Wen, Pinhui Zhao, Emma Sweet, Zijue, Dot Minute und Shengyi Liu), die dank der Unterstützung des chinesischen Einzelhandelsriesen Chic Group über dessen italienisch-chinesische Plattform Fashion Town ausgewählt wurden, ihre Arbeit im Fashion Hub Market, einem Raum für junge Designer, präsentieren können. Einer von ihnen, Han Wen, der in New York ansässig ist, wird sogar eine Runway Show veranstalten können.
 
Auch in Paris wird es möglich sein, einige chinesische Marken zu sehen. Beispielsweise Dawei, die Marke des Designers Dawei Sun, der die Beaux-Arts und die Ecole de la Chambre Syndicale de la Couture Parisienne besuchte, und zwischen Peking und der französischen Hauptstadt pendelt, wo das Label seit einem Jahr auf dem Laufsteg steht.
 

Die von der Camera Nazionale della Moda Italiana gestartete Kampagne - CNMI


"Das in Peking befindliche Atelier hat am Montag seine Arbeit wieder aufgenommen und macht Fortschritte bei der Kollektion für Herbst/Winter 2020/21, die am 25. Februar in Paris zu sehen sein wird. Wir mussten den Arbeitsplan ein wenig ändern und den ursprünglichen Kollektionsplan überarbeiten, aber eigentlich nichts Wichtiges", beruhigt die Marke.
 
"Peking liegt viel weiter nördlich als Wuhan und Shanghai, weshalb wir vergleichsweise geringere Auswirkungen der Epidemie spürten. Die Produktion wird jedoch beeinträchtigt werden, da die Fabriken mit einer reduzierten Belegschaft wieder eröffnet wurden", so das Label abschließend. Die Marke by Fang hat zudem die Präsentation ihrer Kollektion in einem Showroom bestätigt.

Abgesehen von den chinesischen Marken werden Modevertreter aus China insgesamt weniger zahlreich erscheinen. "Wir haben zwei chinesische Aussteller und einen aus Hongkong, sie werden anwesend sein, da sie nicht von der Epidemie betroffen sind", so Boris Provost, Leiter der Pariser Tranoï Messe, die vom 28. Februar bis zum 2. März stattfindet. "Wir wissen jedoch bereits, dass wir weniger chinesische Besucher haben werden. Wir zählen etwa 200 Personen zu den chinesischen Einkäufern; einige sind nach der Ausgabe im Januar nicht nach China zurückgekehrt, aber andere werden nicht kommen und große Unternehmen werden kleinere Teams schicken", so die Organisatoren.

Der angekündigte Rückgang der Besucherzahlen dürfte sich als ernst erweisen, da reiche Chinesen die weltweit führenden Luxuskonsumenten darstellen.

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