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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
29.01.2020
Lesedauer
4 Minuten
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Macht Mode noch Sinn?

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
29.01.2020

Kann die Mode unbeirrt an ihrem frenetischen Rhythmus festhalten, während um sie herum die Dringlichkeit des Klimawandels unseren Planeten bedroht wie eine tickende Zeitbombe? Dem soeben zu Ende gegangenen Marathon der Fashion Weeks nach zu urteilen ist alles beim Alten geblieben. Die Modewochen legen ein irrwitziges Tempo vor, mit zum Bersten gefüllten Programmen. Das Angebot neuer Marken wächst exponentiell. Nur wenige Modehäuser scheinen sich mit der Zukunft des Systems zu beschäftigen oder das Thema überhaupt erst anschneiden zu wollen.


Jean Paul Gaultier - Frühjahr/Sommer 2020 - Haute Couture - Paris - © PixelFormula


Auf sehr symbolische Weise endete die Haute-Couture-Woche, die den Mode-Marathon im Januar abschließt, mit einer Beerdigung. Diese besiegelte das Ende der Karriere von Jean Paul Gaultier, Symbol dieser allmächtigen Mode, die in den 80er-Jahren zum zügellosen Siegeszug ansetzte. Am Mittwochabend waren sie alle da: Ganz Paris und die geschlossene Modewelt drängte sich in das Théâtre du Châtelet, um die letzte Show des "Enfant terrible" der Haute Couture hautnah mitzuerleben.

Zur Eröffnung der Show wurden Schwarz-Weiß-Bilder einer Beerdigung gezeigt. Es sind Szenen aus William Kleins Film "Wer sind Sie, Polly Maggoo?", eine Satire über die Mode aus dem Jahr 1966. In einer Szene fragte sich die Hauptdarstellerin mitten in einem Friedhof: "Ist Paris gestorben? Ich meine die Haute Couture …". Und sehr symbolisch begann die Show dann mit einem Sarg, der von sechs tanzenden Bestattern über den Laufsteg getragen wurde.

Zum Auftakt der Saison stachen die Inszenierungen von zwei anderen Designern heraus: Miuccia Prada und Alessandro Michele für Gucci. Erstere organisierte ihre Show in zwei Arenen, ließ ihre Gäste auf den Sitzstufen und einem erhöhten Steg Platz nehmen und auf das Geschehen hinunterblicken. Wie eine schwindelerregende Inszenierung, in der die Modeprotagonisten Teil der Kulisse werden und sich doch genügend davon entfernen, um die Szene aus der Ferne beobachten zu können. Eine Anregung zu einem notwendigen Moment des Nachdenkens.

Für die Gucci-Show ließ Alessandro Michele seine Models im Halbdunkel um eine riesige Wanduhr herum defilieren, als Zeichen dafür, dass der Countdown angelaufen ist und es nun an der Zeit ist, zu handeln. Bei J.W. Anderson wurde auf einigen T-Shirts ein brennendes Haus gezeigt. Jonathan Anderson saß derweil im Publikum und trug dasselbe T-Shirt wie mehrere als Zuschauer angeordnete Kunststoffpuppen – mit dem aufgedruckten Konterfei des Designers.



Walter Van Bierendonck - Herbst/Winter 2020/2021- Menswear - Paris - © PixelFormula


"Man spürt deutlich, dass wir auf einen tiefgreifenden Wandel zusteuern und die Reaktion eine angstbedingte Bremsbewegung ist. Alles steht unter Druck. Wir befinden uns am Rande des Abgrunds", so die Analyse von Patricia Lerat, leitende Beraterin der Showroom-Agentur Plc Consulting. "Die Mode hat in den vergangenen Jahrzehnten im Überschuss funktioniert und dieser Hyperkonsum ergibt heute keinen Sinn mehr. Das ganze System muss sich weiterentwickeln und dieser Umwälzung begegnen. Die jungen Designer sind damit aufgewachsen, sie sind viel aufgeweckter und bewusster angesichts dieser neuen Herausforderungen", erklärt sie.

Mit seiner Kollektion W.A.R (Walter: About Rights) nahm der Designer und Künstler Walter Van Beirendonck als einziger klar Stellung und schrie lautstark: "Stop". Um seine Haltung noch zu unterstreichen, ließ er in der ersten Hälfte Igel-Menschen mit riesigen Stacheln auf den Schultern, den Schuhen und gar den Backen, defilieren. Diese stattete er mit Panzer-Kleidungsstücken aus, um sie für die Welt von heute und morgen auszurüsten.

Die Show endete mit einer Reihe von Sandwich-Männern in weißen Leggings, auf denen Schriftzüge zu lesen waren wie: "W My Planet, W My Future" und andere eindringliche Botschaften auf plakativen T-Shirts: "Stop Buying Fast Fashion", "I Hate Fashion", "Save the Planet" usw.
 
Um die Modebranche zu erschüttern, braucht es aber mehr als das. Die jüngste Ausgabe der Modewochen schien noch irrwitziger als bisher. Besonders in Paris wurde mit 80 Schauen eine Rekordanzahl erreicht, die sowohl offizielle Defilees als auch "Off"-Schauen umfasst. Dazu gesellten sich noch unzählige Präsentationen und etliche Showrooms, die vom Überfluss an neuen Marken auf dem Markt zeugen.



Prada - Herbst/Winter 2020/2021- Mailand - - ph Dominique Muret


"Heute gibt es kein Modedesign mehr. Im Prêt-à-Porter dreht sich alles um das Produkt, das Logo. Das Ende der Mode, wie sie in den 80er-Jahren existierte, mit Designern, die uns zum Träumen brachten und die Menschen in Kauflaune versetzten, wurde eingeläutet", ist sich die Journalistin und Branchenexpertin Antigone Schilling sicher.

Das Thema Beerdigung, dem sich Jean Paul Gaultier verschrieben hat, hätte relevanter nicht sein können. Wie als Bestätigung, dass über seinen Abschied hinaus das Ende einer Ära gekommen ist. Die neuen Designer-Generationen machen sich keine Illusionen: Die Party ist zu Ende. An der Pitti Uomo illustrierte der anti-fashion Designer Telfar Clemens das Konzept vorzüglich: Er ließ seine Models über einen mit Weinflecken und Überresten eines großen Büffets übersäten Bankett-Tisch marschieren.
 

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