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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
07.10.2021
Lesedauer
5 Minuten
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Damenmode: Fröhliche und sinnliche Sommertrends lassen Corona vergessen

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
07.10.2021

Das Ende des Tunnels scheint sich endlich abzuzeichnen. Der Umsatz kehrt in gewohnte Bahnen zurück und die Normalität hat uns nach fast zwei Jahren Pandemie wieder. Die Designer lassen ihre Kreativität wieder ausleben. Ihre Ideen für die Frühjahr-/Sommersaison 2022 sind vielfältig und bunt, vermischen verschiedene Zeitalter: eine Rückkehr zur Optik der 2000er und 1990er-Jahre sowie eine gehörige Portion Leichtigkeit und Unbeschwertheit mit 60er-Jahre-Feeling. Die Damenkollektionen, die vom 7. September bis 5. Oktober 2021 wieder live auf den Laufstegen in New York, London, Mailand und Paris enthüllt wurden, bringen ein Kaleidoskop von Gefühlen, Farben und Stilrichtungen zum Ausdruck. Im Vordergrund steht der klare Wunsch, sich zu amüsieren, mit sexy-sommerlichen Looks.

Miu Miu, Frühjahr/Sommer 2022 - © PixelFormula


1) Kostüm mit Minirock 

Während der Herrenanzug auch weiterhin einen festen Platz in der Damengarderobe hat, ist die Rückkehr des Kostüms zu bemerken. Besonders in Kombination mit einem Mini- oder Superminirock. Bei Moschino, Chanel, und Michael Kors endet der Rock knapp über dem Knie. Ebenso bei Christian Dior, der eine Auswahl fröhlicher Kostüme in knalligen Farben bietet. Miuccia Prada geht für Miu Miu noch weiter und stutzt den Rock radikal bis knapp über dem Hintern.


MSGM, Frühjahr/Sommer2022 - © PixelFormula


2) Vichykaro

Mit dem anhaltenden 60er-Jahre-Trend entstauben die Designer auch den Vichykaro und bieten die kleinen Retro-Karostoffe in Rosa, Hellgrün, Orange, Narzissengelb oder Schwarz. Michael Kors setzt auf traditionelle rosarote und schwarze Minikaros, während sie bei Carolina Herrera, Luisa Spagnoli, Prabal Gurung und MSGM zu großen Vierecken aufgebläht werden.


Balmain, Frühjahr/Sommer 2022 - © PixelFormula


3) Der Griff zur Schere

In dieser Saison greifen die Designer nicht zum Skalpell, sondern zur guten alten Schere, die sie mit offensichtlichem Vergnügen wild ansetzen. Schlitze, Spalte, Löcher, Einschnitte … aber auch durchbohrte Hosen, durchlöcherte Mäntel, Kleider mit perforiertem Motiv, Makramee-Outfits und Ensembles in Fischernetzoptik. Die Designer spielen mit transparenten Lagen und schlitzen sie fröhlich auf. Das so gebeutelte Kleidungsstück wird gelüftet, die Schultern befreit, der Rücken geöffnet, die Seiten entblößt. Der Blick auf den Körper wird auch durch große (und kleine) Sichtfenster auf dem Bauch sowie auf Brusthöhe frei. Die Silhouetten werden teils zerschlitzt, teils in asymmetrischer Geometrie gestaltet.


Act N°1, Frühjahr/Sommer 2022 - © PixelFormula


4) Die Unterhose, die aus der Hose herausragt

Dieser Trend war bei den Männern in den vergangenen Saisons omnipräsent. Nun hält das sogenannte "Sagging", also der Trend, die Hosen so tief zu tragen, dass die darunter getragene Unterwäsche sichtbar wird, auch bei den Frauen Einzug, beispielsweise bei Boss und Coach. Dies ungeachtet der Polemik um die Balenciaga-Jogginghose in Trompe-l'oeil Optik, für die das Label der kulturellen Aneignung beschuldigt wurde. In den Damenkollektionen wurde der Look auf subtilere und verführerische Weise eingearbeitet. Es ist nicht mehr die Herrenunterhosen, die unter der Hose sichtbar wird, sondern der String (wie bei Act N°1 und Givenchy) oder ein Spitzenhöschen bei Dolce & Gabbana. Bei Miu Miu ist eine diskrete hautfarbene Unterhose unter einem Rock sichtbar.


Saint Laurent, Frühjahr/Sommer 2022


5) Der enganliegende Ganzkörperanzug

Pandemie und Lockdowns haben die Garderobe nachhaltig beeinflusst, und die Designer interessierten sich stärker für bequeme, vielseitig tragbare Kleidungsstücke. Enganliegende Stretchstoffe sind im Aufwind, davon zeugt insbesondere der enganliegende Ganzkörperanzug: Gesehen in ultraschicker Version bei Saint Laurent und AZ Factory, sexy bei Burberry, bedruckt bei Lanvin, Marine Serre und Weinsanto. Oben ist sie in zahlreichen Formen und Ausprägungen zu sehen (drapiert, Bustier, mit Trägern usw.), unten auch als Radlerhose.
 

Tom Ford, Frühjahr/Sommer2022 - © PixelFormula


6) Der BH/Bandeau-BH

Nackte Haut am Oberkörper war schon im vergangenen Saison hoch im Kommen. Der Trend hat sich nun längerfristig eingenistet. Jacken werden nur mit BHs oder Bandeaus kombiniert, bevorzugt in Miniversion. Dies ist der Look des kommenden Sommers, der in fast allen Kollektionen zu sehen war. Wichtig dabei: Er muss unbedingt passend zum Anzug getragen werden. Leopardenprint für Cavalli, Spitze für Marras, oder auch Baumwolle, Leder oder Latex. Der BH wird auch gut sichtbar unter transparenten Tuniken getragen, in Mini-Bikiniausführung. Er ist definitiv omnipräsent und wird zu Jacken, Kleidern oder Blusen getragen, als unabdingbares Accessoire zur Betonung der Weiblichkeit.
 

Ottolinger,Frühjahr/Sommer 2022 - © PixelFormula


7) Wickeloptik

Neben anderen Elementen aus dem Tanzsport, wie Tüll und Ballettröckchen, erhält auch die demselben Universum entlehnte Wickeloptik neuen Aufwind. Während der allgemeine Trend in Richtung tief ausgeschnittener Kleider geht, werden Wickeltops mit langen Bändern um den Oberkörper gewickelt und von den Designern in sportlicher, sexy Ausführung als Mini-Brassière neuinterpretiert. Ärmellos und in hautengen Stoffen wie bei den BHs, werden die Tops bauchfrei unter einer Jacke oder einem oberkörperumspannenden Kleidungsstück getragen.


Botter, Frühjahr/Sommer 2022 - © PixelFormula


8) Violett

Der Sommer 2022 bestätigt die Rückkehr bunter Kleidung. Der monochrome Look ist immer angesagter, bevorzugt in kräftigen und leuchtenden Farben, neu mit Violett als besonders elegante und noble Farbe. Die verschiedensten Schattierungen waren zu sehen – von Lila über Lavendel oder Malvenfarben bis hin zu Purpurrot – von den hellsten und frischesten bis zu den dunkelsten Tönen.



Jason Wu, Frühjahr/Sommer2022 - © PixelFormula


9) Nackte Schultern 

Die Schultern ragen aus runden Öffnungen in Jacken und Kleidern hervor, oder auch unter Ärmeln, die über die Schultern gleiten. Besonders der Bardot-Kragen kehrt in voller Pracht zurück. Mit einem Ausschnitt, der den Hals und die Schultern entblößt, werden rüschenbesetzte Kleider oder Tops mit überhängenden Ärmeln zum unkomplizierten Go-To-Outfit für den Sommer. Sie passen zum sinnlichen, romantischen und sommerlichen Feeling, das die Laufstege im Nu eingenommen hat, mit haufenweise Rüschen und Volants. Vom ländlichen Kleid über die asymmetrische Bohemienne-Bluse bis hin zu Vichykaros – die Garderobe des französischen Stars hat die Designer sichtlich inspiriert.


GCDS, Frühjahr/Sommer2022 - DR

 
10) Plattformschuhe

Die dicken Sohlen oder massiven Plateauschuhe, auf denen sich frau in die Höhe wagt, bleiben auch im kommenden Sommer hochaktuell. Neben Plattformstiefeln, die noch immer angesagt sind, wurden die Laufstege vor allem von Maxi-Plattformsandalen überflutet. Der Rekord geht an GCDS mit schwindelerregenden 25-cm-hohen Schuhen! Dicken Sohlen, um gut am Boden verankert zu bleiben und nicht unbemerkt zu bleiben, ist ein zentraler Platz in der Sommergarderobe 2022 sicher.

 

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