Benko übernimmt Karstadt



Roter Teppich für den neuen Eigentümer? René Benko wird es auch nicht leicht haben mit Karstadt
Der österreichische Investor René Benko übernimmt mit seiner Signa Holding die Karstadt GmbH - und bekommt nachdem er vor drei Jahren schon nicht bei Kaufhof zum Zug gekommen ist, nun wohl doch noch die Chance, eine deutsche Warenhauskette zu übernehmen. Dabei kommt er wohl recht günstig an das bzw. besser wohl die Objekte der Begierde, denn Berggruen verkauft Karstadt für den symbolischen 1 Euro, den er damals gezahlt hat, weiter. Das Kartellamt muss dem Deal zwischen den beiden Investoren noch zustimmen. Und Benko wird dann wohl noch mehr Geld auf den Tisch legen müssen.
René Benko besitzt bereits einige Karstadt-Immobilien und hat im letzten September die Mehrheit an den drei Premium- und mehr als drei Dutzend Sporthäusern übernommen. Nun wird er auch bei den 83 Warenhäusern das Sagen haben. Zusätzlich bekommt er die verbliebenden Minderheitsanteile von Karstadt Premium und Sports sowie die Karstadt-Markenrechte. Sowohl die Gewerkschaft ver.di als auch 17.000 Mitarbeiter setzen nicht wenige Hoffnungen auf den 37-jährigen Investor aus Österreich, der trotz seiner nicht ganz weißen Weste offenbar ein Händchen fürs Geschäft zu haben scheint. Oberste Zielsetzung ist es, dass nach der jahrelangen Hängepartie endlich ein tragfähiges Sanierungskonzept vorgelegt werde, das Karstadt raus aus der zermürbenden öffentlichen Diskussion holt.

Investitionen nur in profitable Häuser, sonst drohen wohl Schließungen

Das viel geforderte Konzept könnte härter ausfallen, als es sich Beschäftigten wünschen. Sie müssen sich wohl auf eine weitere harte Sparrunde einstellen, auch wenn Benko Investitionen in Aussicht gestellt hatte. Jedes einzelne Haus soll auf seine Rentabilität geprüft werden. Am Ende wird wohl 15 bis 20 Häusern die Schließung drohen. Das hat auch schon Aufsichtsratschef Stephan Fanderl vor einigen Wochen prognostiziert. Weiter soll Benko planen, die Karstadt-Häuser zu einer Art Einkaufszentrum umzugestalten, indem er Markenhändler als zusätzliche Mieter in die Filialen holt. Am Donnerstag soll die Sanierungsstrategie auf der Aufsichtsratssitzung diskutiert werden.
Berggruen selbst sieht sein Karstadt-Abenteuer mit gemischten Gefühlen: Der Einstieg 2010 war für den Deutsch-Amerikaner kein gutes Geschäft, sowohl aus finanzieller als auch PR-Sicht. Mit dem Komplettausstieg will er nun den Weg für einen Neuanfang frei machen.


Foto: Karstadt

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