ShowroomPrivé: 660-Millionen-Euro-Börsengang

Mit Glockengeläut startete ShowroomPrivé am 30. Oktober um 9 Uhr den Börsengang des Unternehmens. Anwesend war auch Frankreichs Wirtschaftsminister Emmanuel Macron. Der französische Online Shopping Club bot seine Aktien zu 19,50 Euro an. Damit lag der Aktienpreis aufgrund der schlechten Marktsituation im unteren Bereich der Preisspanne. Trotzdem handelt es sich um den größten Börsengang in der französischen „Technologie“-Branche seit 2006.


Eric Piermont/AFP

Der Sitz von Euronext Paris wurde zum Anlass in die Farben des Unternehmens gehüllt, mit großem Logo am Eingang, rosafarbenen Neonröhren an der Decke, gepolsterten Wänden und passender Musik in den Aufzügen sowie Schaufensterpuppen in den Gängen. Und zur Feier des Ablaufs des seit September laufenden Countdowns, entlud sich ein rosa Schnipselregen über die Gründer des Shoppingportals, David Dayan und Thierry Petit, und ihre Mitarbeiter.

„Die Marktsituation in letzter Zeit war nicht einfach“, gab Thierry Petit zu. „Doch wir konnten den Kurs halten, wo viele Börsengänge auf die lange Bank geschoben wurden [Anm. d. Red.: Deezer musste beispielsweise die kurz zuvor geplante Einführung verschieben]. Wir haben das Glück, unsere Börsenreife mit einem Ergebnis von über 250 Millionen Euro eindeutig bestätigt zu haben. Ich denke, die Anleger haben die Stärke unseres Unternehmens durch das besondere Wachstum und die für uns so kennzeichnende Rentabilität erkannt“.

„Als gutes Beispiel loben“

„Wir konnten Investoren aus Frankreich, England und sogar Asien anziehen“, freut sich David Dayan. „Das ist der Beweis dafür, dass unser Modell gut ankommt und dass das, was wir als Unternehmen gegründet haben, heute Investoren und Branchenleader (Anm. d. Red.: Wie das chinesische Portal VipShop, das 30 Millionen Euro beisteuerte) anzieht. Und natürlich sind wir auch stolz darauf, bei diesem wichtigen Schritt einen Minister an unserer Seite gehabt zu haben“.

Der anwesende Wirtschaftsminister Emmanuel Macron versprach seinerseits: „Das Unternehmen schlägt ein neues Kapitel auf und wir werden alles daran setzen, stets an Ihrer Seite zu sein. Wenn alles gut läuft, werden wir Sie weiterhin als gutes Beispiel loben. Und wenn die Zeichen weniger gut stehen, werden wir Sie unterstützen, damit Sie sich schneller erholen und neue Arbeitsplätze schaffen können, um weiter zu wachsen“. Macron unterstrich die Vorzüge der Risikobereitschaft der Unternehmer und der Finanzierung von Technologie-Unternehmen durch die Börsen.

ShowroomPrivé ist in acht Ländern aktiv und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz in Höhe von 480 Millionen Euro. 60 Prozent der Tätigkeit entfallen auf die Mode, insbesondere für Frauen. Mit einer gestützten Markenbekanntheit von 74 Prozent verkaufte der Onlinehändler 2014 24 Millionen Artikel und zog 4 Millionen neue Mitglieder an. Die Umsatzsteigerung um 40 Prozent ist in erster Linie den Verkäufen per Smartphone und Tablets zu verdanken, die mittlerweile 65 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen.
 

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