Michael Kors verabschiedet sich von Echtpelz

Michael Kors verabschiedet sich von Tierpelzen. Das US-amerikanische Unternehmen und seine unlängst übernommene britische Tochter verkündeten am Freitag, auf den Einsatz von Echtpelz in ihren Kollektionen verzichten zu wollen. Tierpelze sollen bis Ende Dezember 2018 schrittweise bei allen Marken des Konzerns aus der Produktion verschwinden. 


Michael Kors Herbst 2018: Ashley Graham trägt Pelz - DR

"Wir freuen uns darüber, dass unser Unternehmen in den Kollektionen von Michael Kors und Jimmy Choo in Zukunft auf die Verwendung von Echtpelz verzichtet", so CEO und Konzernpräsident John D Idol. Er ergänzt: "Mit dieser Entscheidung schlagen wir ein weiteres Kapitel in unserem Bestreben auf, stets neue, innovative Materialien zu verwenden".

Somit gesellt sich Michael Kors zur immer länger werdenden Liste an Unternehmen, die auf Naturpelz verzichten. Dazu zählen Gucci, Zara, H&M, Armani, Topshop und Scotch & Soda, die alle Teil des Fur Free Retailer-Programms sind. Im November stieß auch die VF Corporation zu diesem Programm, mit ihren Marken Timberland, The North Face und Napapijri.
 
Die amerikanischen Marken Ralph Lauren, Calvin Klein und Tommy Hilfiger stellten ebenfalls auf Kunstpelz um, wie auch Selfridges und Yoox-Net-a-Porter, die auf den Verkauf von Echtpelz-Produkten verzichten.
 
Vor sechs Monaten erregten 20 Tierschützer Aufsehen, als sie während einer Rede von Michael Kors am Metropolitan Museum of Art in New York eine Protestaktion gegen das Label durchführten.
 
Kors erklärt, das Unternehmen sei nun in der Lage, hochwertige Produkte zu produzieren, ohne auf Echtpelz zurückzugreifen. "Durch die technologischen Fortschritte können wir nun Kunstpelz herstellen, der die qualitativen Ansprüche von Luxusprodukten erfüllt", so der Designer. "Wir werden diese neuen Techniken an der kommenden Modenschau im Februar zeigen".

Dass in jüngster Vergangenheit riesige Fortschritte in der Produktion von hochwertigem Kunstleder aus Kunst- oder Naturmaterialien wie Mohair gemacht wurden, ist nicht von der Hand zu weisen. Einige Marken entschieden sich für einen Kompromiss und bieten sowohl Echt- als auch Kunstleder an. Dazu zählt das Luxusmodehaus Prada, dessen pelzbesetzte Mäntel der Herbst-/Wintersaison 2017 auf Wunsch entweder mit echten oder künstlichen Pelzen hergestellt werden.

Doch ganz ungeachtet der technischen Machbarkeit und Verfügbarkeit der Materialien war auch bei den Kunden ein Umschwung von einer verstärkten Akzeptanz von Echtpelz vor ein paar Jahren bis hin zu einer starken Anti-Pelz-Haltung zu beobachten. Dabei handelt es sich weniger um Militantismus als um eine unter Millennials verbreitete Ansicht, dass ein pelzfreier und allgemein ethischer Ansatz unverzichtbar ist, um sie als Käufer zu gewinnen.
 

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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