L'Oréal verdient dank Luxuskosmetik mehr und erhöht Dividende

Der Kosmetikkonzern L'Oréal hat im vergangenen Geschäftsjahr deutlich mehr verdient und will seinen Aktionären eine höhere Dividende zahlen. Der Nettogewinn stieg um mehr als 15 Prozent auf knapp 3,6 Milliarden Euro, wie das französische Unternehmen am Donnerstag in Clichy mitteilte. Die Dividende soll daher um 7,6 Prozent auf 3,55 Euro je Aktie erhöht werden.

Der Kosmetikkonzern L'Oréal hat im vergangenen Geschäftsjahr deutlich mehr verdient und will seinen Aktionären eine höhere Dividende zahlen. - Reuters

Der Umsatz stieg hingegen nur leicht um 0,7 Prozent auf rund 26 Milliarden Euro, was im Rahmen der Erwartungen von Analysten lag. Auf vergleichbarer Basis erzielte L'Oreal ein Wachstum von 4,8 Prozent. Im vierten Quartal konnte das Unternehmen sein Wachstum dabei noch einmal beschleunigen.

Der französische Konzern profitierte vor allem von seinem Geschäft mit Luxuskosmetik, das im vergangenen Jahr um mehr als 10 Prozent zulegte und sich damit deutlich stärker entwickelte, als das Massengeschäft. Vor allem in Asien entwickelte sich der Luxusbereich stark. Im klassischen Massenmarkt schwächte sich das Wachstum hingegen ab – hier kämpft L'Oréal mit Schwierigkeiten in den USA und auf dem Heimatmarkt, wie Vorstands- und Verwaltungsratsvorsitzender Jean-Paul Agon erläuterte.

Beim französischen Kosmetikkonzern macht man sich derzeit Gedanken darüber, was wäre, wenn die Großaktionärin Nestlé ihr 23 Prozent-schweres Aktienpaket abstoßen würde. Auf die Frage, ob L'Oréal dazu bereit wäre, das 22,6 Milliarden Euro teure Paket aufzukaufen, sagte Konzernchef Jean-Paul Agon in einem Interview mit der "Financial Times": "Ja, natürlich."

L'Oréal habe finanzielle Ressourcen für einen allfälligen Kauf, so der Chef in der Freitagsausgabe der "FT" weiter. Die Gruppe verfüge über Barmittel, über die Beteiligung an Sanofi und sei überdies finanziell solide aufgestellt. Dabei verwies Agon auf die 9 Prozent-Beteiligung an Sanofi, die einen Wert von rund 7,6 Milliarden Euro hat, während sich der Cashbestand auf 1,87 Milliarden beläuft.

Nestlé hatte zuletzt im September 2017 an einem Investorentag bekräftigt, dass man an der L'Oréal-Beteiligung festhalten wolle. Das sei bisher für Nestlé ein phantastisches Investment gewesen, hielt Konzernchef Mark Schneider damals fest. Spekulationen über einen möglichen Verkauf gibt es immer wieder; zuletzt wurden sie angeheizt durch den Einstieg des US-Investors Daniel Loeb mit seinem Hedgefond Third Point, der auf einen Verkauf des Pakets durch Nestlé drängt.

 

Copyright © 2018 Dpa GmbH

BeautyKosmetik - VerschiedenesBusiness