Kering will Beteiligung an Stella McCartney zurückgeben

Der französische Luxuskonzern Kering bestätigte am Freitag, Gespräche über die Anteile am britischen Mode-Label Stella McCartney zu führen. Zuvor wurde berichtet, dass Kering über einen Verkauf seiner 50-Prozent-Beteiligung an die Designerin nachdenke.

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Der Konzern ist seit 2001 am Joint Venture beteiligt. Er erklärte, regelmäßig mit Stella McCartney Standortbestimmungen vorzunehmen, wollte jedoch einen möglichen Ausstieg aus der Partnerschaft in naher Zukunft nicht bestätigen. "Es werden regelmäßig Gespräche über die Zukunft unserer Zusammenarbeit geführt. Eine eingreifende Änderung der aktuellen Beziehung würde natürlich zum gegebenen Zeitpunkt publik gemacht", so Kering in einem E-Mail-Statement.

Die britische Designerin, die für ihre eleganten Designs und ihr Engagement gegen den Einsatz von Echtpelz bekannt ist, machte ihre ersten Schritte als Designerin bei der Richemont-Tochter Chloé. Das Label Stella McCartney gründete sie mit Unterstützung der Gucci Group, heute ein Unternehmen der Kering-Gruppe.

Kering veröffentlicht zwar keine Einzelheiten zum Umsatz des Konzerns, doch liegt auf der Hand, dass Stella McCartney viel weniger zum Konzernergebnis beiträgt als größere Marken. Zu diesen zählen der wichtigste Ertragsbringer Gucci, aber auch Saint Laurent und Bottega Veneta.

Eine Veräußerungsmöglichkeit präsentiert sich allenfalls mit der anstehenden Trennung von Sportausrüster Puma durch den Verkauf der Aktien an die aktuellen Shareholder. Diese Entscheidung wird von Analysten begrüßt, da sich der Konzern dadurch stärker auf margenstärkere Luxus-Label konzentrieren könnte.

Einige Branchenkenner sehen auch die Distanzierung von Stella McCartney möglicherweise als positiv, da im Portfolio von Kering dann lediglich die Marken mit dem größten Wachstumspotenzial verbleiben würden.

Am 13. Februar 2018 veröffentlicht Kering seine Jahresergebnisse für 2017. "Das Label Stella McCartney ist eine der kleineren Luxusmarken in der Konzernsparte 'Other Luxury' und hat somit tendenziell eine leicht verwässernde Wirkung auf den Gewinn", so Berenberg-Analysten in einer Mitteilung.

Die Aktien des Konzerns gewannen am Freitagmorgen um 3,2 Prozent an Wert. Dies spiegelte auch den Aufwärtstrend der LVMH-Anteile um 4,8 Prozent wider, nachdem Louis Vuitton am Donnerstagabend für das Geschäftsjahr 2017 Rekordumsätze und -gewinne veröffentlicht hatte. Die ersten Wochen des neuen Jahres seien ebenfalls vielversprechend ausgefallen.

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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