HDE: Kleine Läden geraten immer mehr unter Druck

Der Siegeszug des Online-Handels und die demografische Entwicklung werden zunehmend zu einer Bedrohung für kleine Einzelhändler. Nach einer am Mittwoch veröffentlichten Branchenumfrage des Handelsverbandes HDE rechnen mehr als die Hälfte der Läden mit weniger als fünf Beschäftigten in diesem Jahr mit Umsatzrückgängen. Dabei spielen gerade die kleinen Händler für das Stadtbild nach wie vor eine große Rolle: Sie stehen zwar nur für 10 Prozent des Umsatzes, aber für 54 Prozent der Standorte.

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Insgesamt ist die Lage im deutschen Einzelhandel nach Einschätzung des Branchenverbandes nicht schlecht. Der HDE erwartet in diesem Jahr ein Umsatzwachstum von zwei Prozent – auch inflationsbereinigt bliebe damit unter dem Strich immer noch ein kleines Plus von 0,5 Prozent.

Doch verteilt sich das Wachstum höchst ungleich. Größter Wachstumstreiber dürfte nach den Prognosen des HDE 2018 einmal mehr der Online-Handel sein – mit einem erwarteten Umsatzplus von rund 10 Prozent.

Für den stationären Handel mit seinen rund 450.000 Geschäften rechnet der HDE dagegen lediglich mit einem Wachstum von 1,2 Prozent. Das heißt: Bereinigt um die Preissteigerung von erwartet 1,5 Prozent dürfte der Umsatz dort trotz der guten Konsumstimmung real sogar leicht schrumpfen.

Und auch im stationären Handel gibt es eine klare Trennung zwischen Gewinnern und Verlierern. "Die Schere zwischen Groß und Klein geht weiter auseinander", sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Während zwei Drittel der Händler mit mehr als 100 Beschäftigten 2018 mit einem Umsatzplus rechnen, blicken die meisten kleinen Händler pessimistisch in die Zukunft. Genth findet diese Entwicklung "besorgniserregend".

Bereits 2015 hatte der HDE gewarnt, dass bis zum Jahr 2020 durch die Umwälzungen im Einzelhandel – durch den Siegeszug des E-Commerce, die Alterung der Gesellschaft und die Landflucht – jeder zehnte Laden in Deutschland in seiner Existenz gefährdet sei. Bisher gebe es keinen Grund, diese Einschätzung zu korrigieren, sagte Genth. Vor allem im ländlichen Raum, in kleineren Städten und in den Randlagen der Metropolen würden kleine Fachgeschäfte immer seltener – egal ob sie Textilien, Lederwaren oder etwa Glas und Keramik anböten, betonte der Branchenkenner. Nur der Lebensmittelhandel könne sich bislang noch recht gut behaupten.

Ob das so bleibt, ist allerdings auch nicht ausgemacht. Im jüngsten Konsummonitor des HDE, für den rund 5.000 Verbraucher befragt wurden, erwarteten über 60 Prozent der Konsumenten, dass auch Lebensmittel in Zukunft zunehmend online bestellt werden.

Für viele stationäre Händler liegt deshalb die Zukunft inzwischen in der Verbindung von Online und Ladenangeboten. Händler, die solche sogenannten Omni-Channel-Angebote offerieren, zeigten sich in der HDE-Branchenumfrage zur eigenen Zukunft besonders optimistisch.

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