Balmain enthüllt ersten Flagship von Olivier Rousteing in Mailand

Das Timing von Balmains Mailand-Debüt mit der Eröffnung der allerersten italienischen Boutique des Luxusmodehauses war perfekt: Das Pariser Label wartete strategisch den Startschuss der Mailänder Möbelmesse ab, um seinen ersten von Kreativdirektor Olivier Rousteing designten Flagship-Store einzuweihen. Das Konzept entstand in Zusammenarbeit mit den drei jungen Architektinnen des Pariser Architektenbüros AMV, Anna Philippou, Marie-Charlotte Prosperi-Fouchard und Victoire Guerlay.


Der Eingangsbereich der Mailänder Boutique - Balmain

Am Tag der Eröffnung des neuen Luxustempels an der sehr eleganten Via Montenapoleone in Mailand brachen die Besucherströme bei Balmain nicht ab. Erstmals bietet die Marke ihren Kunden eine innovative Immersion in das Markenuniversum. Mit Hilfe der Augmented Reality-Technologie erhalten die Besucher die Möglichkeit, in die Gedankenwelt von Olivier Rousteing einzutauchen.

Sie können es sich mit ihrem VR-Headset auf den Sofas eines für diesen Zweck eingerichteten Lounge-Bereichs bequem machen und nach Lust und Laune in Rousteings Palast-Vorstellung herumspazieren. Das "My City of Lights" genannte Projekt läuft noch bis zum 29. April und ermöglicht es den Kunden, die Inspirationsquellen des Designers umringt von riesigen Kronleuchtern in einem düsteren gotischen Schloss oder mitten im Pariser Lichtermeer zu entschlüsseln. Eine garantiert schwindelerregende Erfahrung!

Nach diesem Datum wird das Projekt in anderen Balmain-Stores weltweit gezeigt. "Diese Initiative bildet den ersten Schritt eines umfassenderen Kommunikationskonzepts, bei dem der Entertainment-Aspekt vordergründig ist. Wir wollen unsere Kunden unterhalten und überraschen", so Massimo Piombini im Gespräch mit FashionNetwork.com. Piombini übernahm vor knapp einem Jahr die Führung des 2016 vom katarischen Investmentfonds Mayhoola übernommenen Luxusmodehauses.

"Als ich hier angefangen habe, betrug der Umsatz EUR 136 Millionen. 2017 erzielten wir trotz umfangreicher Investitionen ein Wachstum von 15 Prozent. 2018 rechnen wir mit einer Umsatzsteigerung in der Größenordnung von 30 bis 40 Prozent". Vom komplett überarbeiteten internen Verwaltungssystem des Unternehmens über die Stärkung der Logistikabteilung und die Schaffung einer neuen Merchandising-Sparte mit der Rekrutierung zahlreicher Manager bis hin zur Eröffnung neuer Filialen in den USA und in Europa sei es "ein intensives Jahr gewesen, ein Vorgeschmack auf die kommenden Jahre, denn der Markt wartet nicht auf uns", so der Geschäftsführer.


Das obere Stockwerk ist ganz dem Bekleidungsangebot gewidmet - Balmain

Mit dem neuen Ladenkonzept will das Unternehmen aus Olivier Rousteings immenser Beliebtheit – die nicht zuletzt auf den sozialen Plattformen zum Ausdruck kommt – Kapital schlagen. Diese Online-Followerschaft soll durch "eine Entertainment-Marketing-Strategie" in Business Opportunities umgewandelt werden. Dabei sollen Kunden durch unterschiedliche Partnerinhalte auf mehreren Unterhaltungsträgermedien erreicht werden. Dazu zählt auch das Kino, hier ist für 2019 die Erstaufführung des Films "The Wonder Boy" über den begabten Jungdesigner geplant.

In der Zwischenzeit ist das Label, das 90 Prozent seines Umsatzes im Großhandel erzielt, auf den Einzelhandel fokussiert. Gegenwärtig verfügt die Marke über 16 Monobrand-Stores weltweit. In den kommenden vier oder fünf Jahren sollen 30 weitere Adressen eröffnet werden. Nach Mailand stehen unter anderem Miami, Hongkong, Las Vegas, Peking und ein zweiter Store in Paris auf dem Programm. Dieser soll Ende 2019 an der renommierten Rue Saint-Honoré zwischen den Hotels Costes und Mandarin Oriental eingeweiht werden.

Die weitere Entwicklung wird den sich ergebenden Gelegenheiten angepasst. So wurde der Store in Mailand, der bislang eine Schuhmarke beherbergte, erst vor vier Monaten frei: "Er ist zu klein für die Womens- und Menswear, doch eine solche Gelegenheit konnten wir uns nicht entgehen lassen", so der CEO. So richtete sich die Marke mit ihrem Womenswear-Angebot im 280 Quadratmeter großen Verkaufsbereich auf zwei Stockwerken ein. Es entstand eine eklektische Mischung aus der Luxusatmosphäre einer gutbürgerlichen Pariser Wohnung, wie in der Balmain-Boutique an der Rue François 1er in Paris, und einem moderneren, internationaleren Universum.
 
Der mit Spiegeln verzierte Eingangsbereich - Balmai

Die Boutique ist wie ein schmuckes Stadthaus gestaltet, wobei jedes Zimmer eine Facette des Balmain-Universums darstellt. Der Eingangsbereich erinnert an eine Bibliothek, in der die Taschenkollektion der Marke ausgestellt ist. Im Spielzimmer ist ein Safe zu sehen, vor dem auf einem Tisch die Schmuckstücke des Labels gezeigt werden. Im Vorzimmer können auf einer riesigen samtschwarzen Fußbank Schuhmodelle anprobiert werden.

Eine Treppe mit Gusseisengeländer führt in den ersten Stock, wo eine Art Boudoir als Ankleidebereich dient. Im Wohnzimmer, das dem Versailler Spiegelsaal nachempfunden ist, wird die Prêt-à-porter-Kollektion gezeigt. Hinter zahlreichen Spiegeln führt eine kleine Hintertür zu einer versteckten Umkleidekabine.

Die Innenausstattung wurde aus edlen Materialien gestaltet (Marmor, Parkett, renovierte Retro-Möbel, sanfte Teppiche usw.). Das Konzept dürfte in ähnlicher Form in den zahlreichen neuen Stores der Marke wiederverwendet werden.

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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